News

31.10.2019

Erdhummel (¬© Cornelia H√ľrzeler / stadtwildtiere.ch)

In einer neuen Studie, publiziert am 31. Oktober 2019 im renommierten Wissenschaftsjournal Nature, wird f√ľr den Zeitraum von 2008 bis 2017 ein erschreckender R√ľckgang der Insekten nachgewiesen. Besonders stark ist der R√ľckgang in landwirtschaftlich genutzten Gebieten, wo zwischen 2008¬†und 2017¬†die Biomasse der Insekten um 67%, die Anzahl Individuen pro Art um durchschnittlich 78% und die Anzahl der Arten um 34% abnahm. Ein drastischer R√ľckgang sowohl der Biomasse (41%)¬†als auch bei der Anzahl Arten (36%), nicht aber in der Individuenzahl pro Art, war auch in Waldgebieten zu verzeichnen.¬†

Die Daten wurden in drei Regionen Deutschlands erhoben und von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verschiedener deutscher¬†und schweizer Forschungseinrichtungen ausgewertet und diskutiert. Die deutlichen Resultate d√ľrften auch auf die Verh√§ltnisse in anderen mitteleurop√§ischen Gebieten √ľbertragbar sein.

Der R√ľckgang der Insekten ist nicht nur f√ľr diese selber gravierend, Insekten bilden auch die Nahrungsgrundlage f√ľr viele andere Tiere und spielen eine wichtige Rolle bei der Best√§ubung von Kulturpflanzen.¬†

Link zum Abstract der Publikation

20.09.2019

Foto: Nicolas Armer, Keystone

Neue Studien weisen nach, dass die weltweit h√§ufig eingesetzten Insektizide der Gruppe der Neonicotinoide mit verantwortlich sind am dramatischen R√ľckgang der Vogelpopulationen in Landwirtschaftsgebieten.

Der TagesAnzeiger gibt einen √úberblick √ľber die k√ľrzlich publizierten wissenschaftliche Arbeiten, eine davon √ľber Untersuchungen an Sperlingen der Universit√§t Neuch√Ętel.

07.08.2019

Aktuelle Eichhörnchenbeobachtung, © Judith Niggli / wildenachbarn.ch

Am Dienstag, 6. August, ging mit einer Meldung eines Fuchses aus der Stadt Luzern die 40’000ste Beobachtung auf den Meldeplattformen StadtWildTiere und Wilde Nachbarn ein.

Das Projekt StadtWildTiere wurde 2013 in Z√ľrich lanciert. Im Mai 2016 startete das Projekt Wilde Nachbarn. Mittlerweile gibt es lokale Projekte in 8 St√§dten und 5 Regionen in Deutschland, √Ėsterreich und der Schweiz. Nebst einer deutschsprachigen Version, wird das Projekt Wilde Nachbarn Schweiz auch auf Franz√∂sisch angeboten (Nos voisins sauvages).

Vielen Dank an alle fleißigen Melder/innen aus allen Projekten. Wir freuen uns bereits auf die nächsten 40’000 Meldungen!

16.07.2019

Die Asiatische Tigerm√ľcke in Deutschland, √Ėsterreich und der Schweiz

Die¬†Asiatische Tigerm√ľcke wurde 1979 in Europa das erste Mal in Albanien nachgewiesen, vermutlich √ľber Importe aus China. Seiter hat sich die M√ľcke in 14 Europ√§ischen L√§ndern ausgebreitet. In der Schweiz wurden im Tessin 2003 Tigerm√ľcken festgestellt. In Deutschland wurden im September 2007 auf einer Autobahnrastst√§tte der¬†A5¬†bei¬†Bad Bellingen¬†(Baden-W√ľrttemberg) erstmals Eier der M√ľcke entdeckt (Pluskota et al 2008, European Mosquito Bulletin). 2017 wurden im Unterinntal im √∂sterreichischen Tirol Eier in gr√∂√üerer Menge gefunden, wie meinbezirk.at meldete.

Die Tigerm√ľcke in Z√ľrich

Nun ist sie auch in Z√ľrich angekommen, wie das Gesundheits- und Umweltdepartement der Stadt Z√ľrich in einer Medienmitteilung vom 16. Juli 2019 bekannt gibt. Bereits im September 2016 konnte der Umwelt- und Gesundheitsschutz Z√ľrich zusammen mit der zust√§ndigen Fachstelle des Kantons Z√ľrich auf dem Gel√§nde der Bus Station (Carparkplatz) Tigerm√ľckeneier finden. Im Sommer dieses Jahres wurde die Tigerm√ľcke nun auch in Wollishofen nachgewiesen. Der Umwelt- und Gesundheitsschutz Z√ľrich geht davon aus, dass die Tigerm√ľcke an beiden Orten aufgrund von Reiset√§tigkeiten eingeschleppt wurde. In Wollishofen haben sie die Wintermonate √ľberlebt. Bei der Bus Station handelt es sich hingegen um wiederholte Neueinschleppungen mit den Reisefernbussen.

Die M√ľcke profitiert vom Klimawandel

Eine Gruppe von Forschern der¬†University of Liverpool¬†unter Leitung von Cyril Caminade hat gem√§√ü einer Ver√∂ffentlichung im April 2012 in der Zeitschrift¬†Interface¬†der¬†Royal Society¬†berechnet, dass die Tigerm√ľcke aufgrund des¬†Klimawandels¬†zwischen 2030 und 2050 in weiten Teilen Europas die f√ľr sie n√∂tigen Lebensbedingungen vorfinden wird.

Sind Asiatische¬†Tigerm√ľcken gef√§hrlich?

Wie der Umwelt- und Gesundheitsschutz Z√ľrich berichtet, besteht f√ľr die Bev√∂lkerung¬†gegenw√§rtig kein Anlass, sich Sorgen zu machen. Die Tigerm√ľcke kann zwar Krankheiten von einer infizierten auf eine noch nicht-infizierte Person √ľbertragen. Die Gefahr ist jedoch sehr klein. In der Schweiz (und auch in Deutschland) gab es bisher noch nie einen solchen Fall. Alle registrierten Krankheitsf√§lle waren im Ausland erkrankte Reiser√ľckkehrer. In der Schweiz sind auch noch keine mit Viren infizierten Tigerm√ľcken aufgetreten. Die Tigerm√ľcken sind jedoch l√§stig, da sie auch tags√ľber stechen, was einheimische M√ľcken nicht tun.

Wie erkenne ich eine Asiatische Tigerm√ľcke?

Die Tigerm√ľcke hat auf ihren schwarzen Hinterbeinen f√ľnf weisse Ringe und auf ihrem R√ľcken, hinter dem Stechr√ľssel, eine weisse Linie. Das Insekt ist nicht gr√∂sser als ein 5-Rappenst√ľck. Die im Mittelland bereits weit verbreitete Asiatische Buschm√ľcke sieht der Tigerm√ľcke √§usserst √§hnlich, ist aber bedeutend gr√∂sser.

Die Tigerm√ľcke ist auch tags√ľber aktiv, w√§hrend unsere einheimischen M√ľcken vor allem in der D√§mmerung und nachts stechen.¬†

Weitere Informationen zur Asiatischen Tigerm√ľcke bei Gr√ľn Stadt Z√ľrich

10.07.2019


Strassenb√§ume und grossz√ľgige Baumscheibe (Bild Max Ruckstuhl / Gr√ľn Stadt Z√ľrich)

Wenn es drau√üen hei√ü ist, fliehen die Menschen aus den St√§dten, weil es auf dem Land oder an Gew√§ssern k√ľhler ist als in den zubetonierten H√§userschluchten. Deshalb investieren immer mehr St√§dte in die sogenannte Hitzevorsorge. Beitrag und Gespr√§ch mit dem Landschaftsarchitekten Carlo Becker auf Schweizer Radio SRF 1.

21.06.2019

Hier geht's zum Interview:

08.06.2019

Dunkle Nacht im n√∂rdlich von Neuch√Ętel gelegenen Val-de-Ruz zwischen Mitternacht und 4.45 Uhr. Das Projekt, in welchem die √∂ffentliche Beleuchtung w√§hrend der Nacht ausgeschaltet wird, ist beschlossene Sache und wird nun schrittweise umgesetzt.¬†Coffrane ist das erste Dorf im Tal, welches das neue Lichtregime seit dem 10. Mai umsetzt. Val-de-Ruz (16 900 Einwohner/innen, 124 km2) ist die erste Gemeinde der Schweiz, welche diese Massnahme zum Schutz der Nacht durchf√ľhrt.¬†

Wird sich diese √Ąnderung beim k√ľnstlichen Licht auf die freilebende Fauna auswirken? Ein lokales "Nos voisins sauvages"-Projekt ist zur Zeit am Entstehen, welches mit Citizen Science, also unter Mitwirkung der Bev√∂lkerung, die Auswirkungen auf die Fauna beobachten. Parallel zum Citizen Science-Projekt ist eine wissenschaftliche Untersuchung in Zusammenarbeit mit der Haute √©cole du paysage, d‚Äôing√©nierie et d‚Äôarchitecture de Lullier geplant.

Mit dem Projekt "Nos voisins sauvages" sollen die einheimischen Wildtiere, die vor unserer Haust√ľr leben, sichtbar gemacht werden. Die Plattform bietet zudem viele Informationen zu einheimichen Wildtieren. Die Bev√∂lkerung ist¬†aufgerufen, Wildtierbeobachtungen auf der Plattform zu melden.¬†

06.05.2019


Erdhummel (¬© Cornelia H√ľrzeler / stadtwildtiere.ch)

Das Artensterben beschleunigt sich fortw√§hrend und ist bereits 10- bis 100-mal h√∂her als im Durchschnitt der vergangenen 10 Millionen Jahre. Insgesamt sind 0,5 bis 1 Million von rund 8 Millionen Arten gef√§hrdet, warnt der Weltbiodiversit√§tsrat IPBES am Montag im ersten globalen Bericht zum Zustand der Biodiversit√§t und der √Ėkosystemleistungen.¬†

Der Weltbiodiversitätsrat ist ein Gremium der Uno mit Sitz in Bonn. Im Mai 2019 gehören ihm 132 Staaten an. Mit eindringlichen Worten und detaillierten Fakten weist der Rat auf die prekäre Situation der Biodiversität weltweit hin. 

IPBES-Bericht, 6. Mai 2019 (in Englisch und Französisch)

In der Schweiz versuchen die Umweltverb√§nde mit zwei Eidgen√∂ssischen Volksinitiativen die Politik zu einem schnelleren und effektiveren Handeln f√ľr den Schutz und die F√∂rderung der Biodiversit√§t zu bewegen.

Biodiversitäts-Initiative Schweiz

Landschafts-Initiative Schweiz

05.04.2019

© Stephie Burkart / stadtwildtiere.ch

Fledermäuse zeigen unterschiedliche Reaktionen auf nächtliches Kunstlicht. Einige Arten meiden die Lichtquellen, besonders UV Lichtquellen, während andere Arten von den durch die Lichtquellen angezogenen Insektenschwärmen profitieren.

Ein Forscherteam des Leibniz Instituts f√ľr Zoo- und Wildtierforschung aus Berlin untersuchte in der Stadt Berlin den Einfluss von B√§umen auf die negative oder positive Wirkung von n√§chtlicher Lichtverschmutzung auf verschiedene Fledermausarten. B√§ume k√∂nnen einen Teil des Kunstlichts von der Umgebung abhalten und somit die Umgebung f√ľr lichtscheue Arten aufwerten.

Das Forscherteam fand artspezifische Reaktionen der Fledermäuse auf Straßenlaternen mit und ohne UV-Licht. Eine dichte Baumbedeckung reduzierte die negative Wirkung von Straßenlaternen auf Fledermausarten, welche im offenen Raum nach Beute suchen. Gleichzeitig verstärkte die Baumbedeckung die positive Wirkung von Straßenlaternen auf Zwergfledermäuse, welche an Straßenlaternen jagen, und die negative Wirkung auf Myotis Arten, welche entlang von Strukturen nach Insekten jagen und besonders lichtscheu sind.

Das Autorenteam empfiehlt baumreiche Gebiete sparsam zu beleuchten und in starkbeleuchteten Gebieten mehr Bäume zu pflanzen.

 

Die wissenschaftliche Publikation ist online verf√ľgbar.

01.04.2019

Schon zum f√ľnften Mal organisiert das Zentrum f√ľr Citizen Science des OeAD den Citizen Science Award, bei dem B√ľrgerinnen und B√ľrger bei ausgew√§hlten wissenschaftlichen Projekten mitforschen und Preise gewinnen k√∂nnen. Das Projekt Wilde Nachbarn ist im Jahr 2019 unter dem Motto "Flugk√ľnstler gesucht - Schwalbe gesehen?" mit dabei.

Wir suchen gemeinsam mit der Bevölkerung Schwalbennester im Bezirk Tulln!

Jedes Jahr kehren Mehl- und Rauchschwalben wieder aus ihren √úberwinterungsgebieten aus Afrika nach Mitteleuropa zur√ľck und verbringen hier den Sommer. In dieser Zeit ziehen sie in kunstvoll gebauten Nestern an Haus-, Hof- und Stallw√§nden ihre Jungtiere auf. In den vergangenen Jahren machen zur√ľckgehende Insektenpopulationen und immer mehr versiegelte Fl√§chen den Schwalben das Leben schwer, denn sie ben√∂tigen rund ein Kilogramm Insekten pro Brut und offene ‚ÄěLehmlacken‚Äú um Material f√ľr den Nestbau zu sammeln.

Ziel der Erhebung ist, sich erstmals einen m√∂glichst umfassenden √úberblick √ľber das Vorkommen der beiden Schwalbenarten im Bezirk Tulln, der mit seinen Weing√§rten und den Donauauen die Basis f√ľr einen guten Schwalbenlebensraum bietet zu verschaffen.

Haben auch Sie Schwalbennester zu Hause, oder kennen Sie Schwalbennester bei Verwandten, Freunden oder Bekannten? Forschen Sie mit! Nähere Informationen zu den Teilnahmebedingungen finden Sie hier.

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