News

06.05.2019


Erdhummel (© Cornelia HĂŒrzeler / stadtwildtiere.ch)

Das Artensterben beschleunigt sich fortwĂ€hrend und ist bereits 10- bis 100-mal höher als im Durchschnitt der vergangenen 10 Millionen Jahre. Insgesamt sind 0,5 bis 1 Million von rund 8 Millionen Arten gefĂ€hrdet, warnt der WeltbiodiversitĂ€tsrat IPBES am Montag im ersten globalen Bericht zum Zustand der BiodiversitĂ€t und der Ökosystemleistungen. 

Der WeltbiodiversitÀtsrat ist ein Gremium der Uno mit Sitz in Bonn. Im Mai 2019 gehören ihm 132 Staaten an. Mit eindringlichen Worten und detaillierten Fakten weist der Rat auf die prekÀre Situation der BiodiversitÀt weltweit hin. 

IPBES-Bericht, 6. Mai 2019 (in Englisch und Französisch)

In der Schweiz versuchen die UmweltverbĂ€nde mit zwei Eidgenössischen Volksinitiativen die Politik zu einem schnelleren und effektiveren Handeln fĂŒr den Schutz und die Förderung der BiodiversitĂ€t zu bewegen.

BiodiversitÀts-Initiative Schweiz

Landschafts-Initiative Schweiz

05.04.2019

© Stephie Burkart / stadtwildtiere.ch

FledermÀuse zeigen unterschiedliche Reaktionen auf nÀchtliches Kunstlicht. Einige Arten meiden die Lichtquellen, besonders UV Lichtquellen, wÀhrend andere Arten von den durch die Lichtquellen angezogenen InsektenschwÀrmen profitieren.

Ein Forscherteam des Leibniz Instituts fĂŒr Zoo- und Wildtierforschung aus Berlin untersuchte in der Stadt Berlin den Einfluss von BĂ€umen auf die negative oder positive Wirkung von nĂ€chtlicher Lichtverschmutzung auf verschiedene Fledermausarten. BĂ€ume können einen Teil des Kunstlichts von der Umgebung abhalten und somit die Umgebung fĂŒr lichtscheue Arten aufwerten.

Das Forscherteam fand artspezifische Reaktionen der FledermĂ€use auf Straßenlaternen mit und ohne UV-Licht. Eine dichte Baumbedeckung reduzierte die negative Wirkung von Straßenlaternen auf Fledermausarten, welche im offenen Raum nach Beute suchen. Gleichzeitig verstĂ€rkte die Baumbedeckung die positive Wirkung von Straßenlaternen auf ZwergfledermĂ€use, welche an Straßenlaternen jagen, und die negative Wirkung auf Myotis Arten, welche entlang von Strukturen nach Insekten jagen und besonders lichtscheu sind.

Das Autorenteam empfiehlt baumreiche Gebiete sparsam zu beleuchten und in starkbeleuchteten Gebieten mehr BĂ€ume zu pflanzen.

 

Die wissenschaftliche Publikation ist online verfĂŒgbar.

01.04.2019

Schon zum fĂŒnften Mal organisiert das Zentrum fĂŒr Citizen Science des OeAD den Citizen Science Award, bei dem BĂŒrgerinnen und BĂŒrger bei ausgewĂ€hlten wissenschaftlichen Projekten mitforschen und Preise gewinnen können. Das Projekt Wilde Nachbarn ist im Jahr 2019 unter dem Motto "FlugkĂŒnstler gesucht - Schwalbe gesehen?" mit dabei.

Wir suchen gemeinsam mit der Bevölkerung Schwalbennester im Bezirk Tulln!

Jedes Jahr kehren Mehl- und Rauchschwalben wieder aus ihren Überwinterungsgebieten aus Afrika nach Mitteleuropa zurĂŒck und verbringen hier den Sommer. In dieser Zeit ziehen sie in kunstvoll gebauten Nestern an Haus-, Hof- und StallwĂ€nden ihre Jungtiere auf. In den vergangenen Jahren machen zurĂŒckgehende Insektenpopulationen und immer mehr versiegelte FlĂ€chen den Schwalben das Leben schwer, denn sie benötigen rund ein Kilogramm Insekten pro Brut und offene „Lehmlacken“ um Material fĂŒr den Nestbau zu sammeln.

Ziel der Erhebung ist, sich erstmals einen möglichst umfassenden Überblick ĂŒber das Vorkommen der beiden Schwalbenarten im Bezirk Tulln, der mit seinen WeingĂ€rten und den Donauauen die Basis fĂŒr einen guten Schwalbenlebensraum bietet zu verschaffen.

Haben auch Sie Schwalbennester zu Hause, oder kennen Sie Schwalbennester bei Verwandten, Freunden oder Bekannten? Forschen Sie mit! NĂ€here Informationen zu den Teilnahmebedingungen finden Sie hier.

18.03.2019

Am 18. MĂ€rz 2019 startet die Aktion «Mission B». Sie ist, laut dem Schweizer Radio und Fernsehen SRF, die Antwort auf den steten RĂŒckgang der BiodiversitĂ€t. Der Plan B fĂŒr die Natur. Jede Sekunde werden in der Schweiz 0.7 Quadratmeter GrĂŒnflĂ€che verbaut. Die Insekten sterben, die Vögel werden immer weniger.

Das gemeinsame Projekt von SRF, RSI, RTR und RTS hat zum Ziel, die BiodiversitĂ€t in der Schweiz nachhaltig zu fördern. In den nĂ€chsten eineinhalb Jahren möchten die Radio- und Fernsehleute möglichst viel biodiverse FlĂ€che dazugewinnen, in der Schmetterlinge, Vögel, Wildbienen, Eidechsen und Igel ein Zuhause finden – zusammen mit der Bevölkerung.

Mission B von SRF, RSI, RTR und RTS

14.02.2019

Die HĂŒrden fĂŒr ein Volksbegehren sind in Bayern recht hoch: Zuerst mĂŒssen die Initiant*innen 25'000 Unterschriften sammeln. Nach deren Beglaubigung mĂŒssen sich 10 % der stimmberechtigten Bevölkerung - das sind in Bayern knapp eine Million BĂŒrger*innen - in den lokalen RathĂ€usern eintragen, damit ein Volksbegehren zustande kommt.

Die Sorge um das Insektensterben und die Abnahme der BiodiversitĂ€t hat es möglich gemacht: Am Volksbegehren fĂŒr mehr Artenvielfalt in Bayern haben sich so viele Wahlberechtigte beteiligt wie noch nie: 1.74 Millionen Unterschriften fĂŒr ein besseres Naturschutzgesetz kamen zustande, das sind 18,4 Prozent der Wahlberechtigten. Der Weg fĂŒr einen Volksentscheid ist damit frei.

Laut der ZEIT ONLINE sind die Ziele des Begehrens "Rettet die Bienen" weniger Pestizide, mehr BlĂŒhwiesen, mehr öko und bio, mehr BiotopverbĂŒnde sowie eine nachhaltigere Ausbildung der Landwirte, um so Bienen und andere bedrohte Tierarten wie Feldhamster, GrashĂŒpfer oder Frösche zu retten. Das Volksbegehren zielt auf Änderungen im bayerischen Naturschutzgesetz. Kritiker wie der Bauernverband warnen aber etwa vor den geforderten höheren MindestflĂ€chen fĂŒr den ökologischen Anbau.

Zum Volksbegehren "Rettet die Bienen"

Artikel in ZEIT ONLINE, 14. Feb. 2019

24.01.2019


© tontantravel / wikimedia

Seit einigen Jahren wird der Goldschakal, der kleine Verwandte des Wolfs, zunehmend auch in Mitteleuropa beobachtet. Die vielen neuen Nachweise bestÀtigen, dass er sein Areal stetig erweitert. Zum Beispiel im Westen bis hin nach Frankreich (2017) und im Norden Europas bis nach Estland und die Niederlande.

 

Goldschakalprojekt an der UniversitĂ€t fĂŒr Bodenkunde BOKU in Wien

Artikel im TagesAnzeiger vom 24.1.2019

Artikel in Wild und Hund, 6/2018

 

 

13.12.2018

Ende Mai 2015 startete das Projekt StadtWildTiere in Wien mit dem Aufruf Fuchsbeobachtungen zu melden. Viele Menschen beteiligten sich und schon bald wurde klar: FĂŒchse gibt es in Wien fast ĂŒberall. Wir bedanken uns bei allen Melderinnen und Meldern, die uns so tatkrĂ€ftig unterstĂŒtzt haben - ohne Sie wĂ€re dieses Projekt nicht möglich!

Über 1100 Fuchsbeobachtungen aus der Wiener Bevölkerung analysierte ein Forschungsteam rund um die Wildtierökologin Theresa Walter im Rahmen des Citizen Science Projektes StadtWildTiere (www.stadtwildtiere.at). Gemeinsam konnten darin Forscher der Vetmeduni Wien und der UniversitĂ€t fĂŒr Bodenkultur Wien (BOKU) zeigen, dass FĂŒchse bestimmte GrĂ€tzel und Umgebungen bevorzugen. Es stellte sich auch heraus, dass die Meldung von Fuchsbeobachtungen mit dem Ausbildungsgrad der Bevölkerung zusammenhing. Diese Studie wurde nun im Journal "BMC Ecology" veröffentlicht.

StĂ€dte bestehen fĂŒr Wildtiere aus einem Mosaik von Landnutzungsklassen wie etwa Parks , GĂ€rten und Straßen, die sich oftmals hinsichtlich ihres Anteils an GrĂŒnflĂ€chen aber auch hinsichtlich ihrer Nutzung durch Menschen stark unterscheiden. Die Analyse der Beobachtungen zeigte: in GĂ€rten, Gebieten mit geringer Bebauungsdichte, Parks oder auf PlĂ€tzen waren die Wahrscheinlichkeiten fĂŒr die Begegnung mit FĂŒchsen wesentlich höher als in landwirtschaftlichen Gebieten, Industriegebieten oder WĂ€ldern.

Da fĂŒr Beobachtungen immer das Aufeinandertreffen von Wildtier und Mensch notwendig ist, wollten die Forschenden auch die menschliche Seite der Beobachtungen unter die Lupe nehmen. Im Rahmen der Analyse von soziodemographische Kennzahlen der Wiener Bevölkerung zeigte sich, dass unter anderem der Ausbildungsgrad der Bevölkerung einen Einfluss auf die Meldung von Fuchsbeobachtungen hatte. Umso mehr Menschen mit höherer Ausbildung in einem Bezirk lebten, umso mehr Fuchsbeobachtungen wurden gemeldet. Dieses Ergebnis ist fĂŒr viele Citizen Science Projekte relevant, vor allem wenn Forschende verstehen wollen, wie Beobachtungsdaten entstehen und welchen rĂ€umlichen Einfluss soziodemographische Faktoren auf die Verteilung der analysierten Meldungen haben.

Die Originalpublikation kann hier nachgelesen werden: https://bmcecol.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12898-018-0207-7

 

28.11.2018

 

Wie die Vogelwarte Sempach berichtet, waren ĂŒber 2000 freiwillige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vier Jahre lang unterwegs, um die Vogelvorkommen der Schweiz und Liechtenstein zu erfassen. Dieses Engagement resultiert in einer einzigartigen Übersicht ĂŒber die Verbreitung und die aktuelle Situation unserer Brutvögel.

Link zur Vogelwarte Sempach

13.11.2018

Mit der WaschbĂ€rsichtung im ZĂŒrcher Seefeld vom 11. Nov. erreichte uns die erste gesicherte Meldung eines WaschbĂ€rs mit Bildnachweis fĂŒr die Stadt ZĂŒrich. WaschbĂ€ren stammen ursprĂŒnglich aus Nordamerika. Sie wurden in Europa in Pelzfarmen gehalten. Entwichene Tiere haben sich dann rasch ausgebreitet. V.a. aus Kassel aber auch aus anderen deutschen StĂ€dten, z.B. aus Berlin sind grĂ¶ĂŸere stĂ€dtische WaschbĂ€renpopulationen bekannt.

Link zum Zeitungsartikel

12.11.2018

Das Projekt „Berliner Stadtwildtiere“ des Leibniz-Instituts fĂŒr Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) wurde am 7. November 2018 als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Es gibt BĂŒrgerInnen die Möglichkeit, online Tierbeobachtungen zu sammeln und sich ĂŒber heimische Wildtiere zu informieren. Es erhöht die Aufmerksamkeit fĂŒr die BiodiversitĂ€t in der Stadt, schließt WissenslĂŒcken und stellt eine Datenbasis fĂŒr weitere Forschungen zur VerfĂŒgung. Damit erfĂŒllt es die Kriterien fĂŒr die Auszeichnung, die an Projekte verliehen wird, welche sich in nachahmenswerter Weise fĂŒr den Erhalt der biologischen Vielfalt einsetzen.

Preisverleihung (Copyright: Kathleen Röllig)

Die Auszeichnung wurde am 7. November 2018 von Annie Mark, Director Strategic Relations der Wildlife Conservation Society Europe, am Leibniz-IZW verliehen. Damit wird eines von mehreren Umweltbildungs- und BĂŒrgerwissenschaften-Projekten des Leibniz-IZW geehrt, in denen BĂŒrgerInnen sich auf verschiedenen Ebenen mit BiodiversitĂ€t beschĂ€ftigen. Diese rĂŒckt immer mehr in den Fokus der Wissenschaft. Neben dem Erhalt von Arten und wertvollen LebensrĂ€umen spielen dabei auch der Mensch und seine Beziehung zur Natur eine entscheidende Rolle. „Biologische Vielfalt ist nichts Abstraktes, das wir nur an exotischen Orten finden, sie ist direkt vor unserer HaustĂŒr und auch in der Stadt erlebbar“, sagt Sophia Kimmig, Doktorandin am Leibniz-IZW und maßgeblich beteiligt am Projekt „Berliner Stadtwildtiere“.

...mehr Informationen in der Pressemitteilung des Leibniz-IZW.

Weitere Informationen
‱ Projektwebsite: berlin.stadtwildtiere.de
‱ Deutsche Website zur UN-Dekade Biologische Vielfalt: www.undekade-biologischevielfalt.de/

Kontakt
Dr. Sarah Kiefer
Citizen Science-Koordinatorin
Leibniz-Institut fĂŒr Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) im Forschungsverbund Berlin e.V.
Berlin-Brandenburgisches Institut fĂŒr Angewandte BiodiversitĂ€tsforschung (BBIB)
Alfred-Kowalke-Straße 17, 10315 Berlin
Telefon: +4930-5168128
Email: kiefer@izw-berlin.de

Arno Todt
Projektleitung
GeschÀftsstelle UN-Dekade Biologische Vielfalt
nova-Institut GmbH
Industriestraße 300
GebÀude 611
50354 HĂŒrth
Telefon: +492233-481463
Email: geschaeftsstelle@undekade-biologischevielfalt.de

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