Turmfalke
Falco tinnunculus
© Martha de Jong-Lantink / Flickr.com

Lebensraum

Überall

Turmfalken gehören zu den hĂ€ufigsten Greifvögeln Mitteleuropas. Im RĂŒttelflug sind sie meist ĂŒber Wiesen oder Feldern auf der Nahrungssuche. WĂŒhl- und SpitzmĂ€use, aber auch MaulwĂŒrfe, Insekten, Reptilien und Kleinvögel werden von ihnen erbeutet. Turmfalken sind monogam und ihrem Nistplatz sehr treu. Revierfremde Turmfalken werden vertrieben. Sie bauen keine eigenen Nester und brĂŒten gerne in Nischen oder Halbhöhlen in BĂ€umen, Felsen oder auch an GebĂ€uden. Auch Nester anderer Arten (vor allem KrĂ€henvögel) und Nisthilfen werden gerne genutzt. Typisch ist 1 Brut/Jahr. WĂ€hrend das MĂ€nnchen jagt, fĂŒttert das Weibchen die KĂŒken. Die flĂŒggen Jungvögel werden noch 4 Wochen von den Elternvögeln versorgt, bis sie selbststĂ€ndig sind. Nachgewiesenes Höchstalter: 23 Jahre

Erkennungsmerkmale 
MĂ€nnchen mit rostbraunem Gefieder, hellem Bauch mit LĂ€ngsstrichelung und grauer Kopfkappe. Das Weibchen ist etwas heller auf der Oberseite und hat einen rotbraunen Kopf. Bei beiden Geschlechtern ziert eine schwarze BĂ€nderung Ober- und Unterseite der Schwanzfedern. In der Luft hĂ€ufig an seinem RĂŒttelflug zu erkennen.
Lebensraum 
Tiefland bis Hochgebirge. Lichte WĂ€lder, offenes GelĂ€nde bis in StĂ€dte. Im lĂ€ndlichen Raum das ganze Jahr anzutreffen. Turmfalken aus GroßstĂ€dten ziehen im Winter hĂ€ufig ins lĂ€ndliche Umland.
GefÀhrdungsgrad
nicht gefÀhrdet
Ähnliche Arten

Rötelfalke als Zwillingsart. Dieser ist in Mitteleuropa jedoch sehr selten. Die Unterseite des Rötelfalken ist heller und weniger gefleckt.

Maße 

27- 35 cm, FlĂŒgelspannweite 57 – 79 cm, Gewicht 200 – 260 g

AktivitĂ€tszeit 
Turmfalken sind das ganze Jahr in ihrem Revier anzutreffen.
Beobachtung eintragen
Text wurde mit freundlicher Genehmigung vom Haupt Verlag aus dem Buch Stadtfauna übernommen. Cover StadtFauna-Buch
Bei der Nahrungssuche

Durch ihren ausgeprĂ€gten RĂŒttelflug fallen Turmfalken am Himmel sofort auf. Vor allem im FrĂŒhjahr und Sommer auf SuchflĂŒgen. Im Winter hĂ€ufig auf Ansitzen zu beobachten, da diese energetisch gĂŒnstiger sind. Am Brutplatz ist er hĂ€ufig durch seine sich wiederholenden wri-ii Rufe eher zu hören als zu sehen.

Der JĂ€ger am Weinberg

Turmfalken haben eine Vorliebe fĂŒr Feld- und WĂŒhlmĂ€use. Durch das gezielte Aufstellen von Ansitzwarten auf Weinbergen oder GĂ€rten, regulieren anwesende Turmfalken auf natĂŒrlichen Weg die MĂ€usepopulation und sorgen so fĂŒr die Verringerung von Ertragseinbußen.

Verschmutzungen

BrĂŒten Turmfalken in Nischen an GebĂ€uden, kommt es hĂ€ufig zur Verunreinigung der Fassaden durch den Kot der Jungvögel. Nisthilfen können hierbei Abhilfe schaffen.

Gefahren 
  • Pestizide: SchĂ€dlingsbekĂ€mpfungsmittel (DDT u.a.) verringern im hohen Maße das Reproduktionsvermögen und die Überlebensrate von Turmfalken. Die Auslegung von Giftködern fĂŒhrt zu BestandseinbrĂŒchen bei vielen Greifvogelarten.
  • Nahrungsmangel: Durch die Umwandlung von GrĂŒnflĂ€chen in Ackerland und Intensivierung der Landwirtschaft, sowie ĂŒbermĂ€ĂŸige Beweidung, nimmt das Nahrungsangebot fĂŒr Turmfalken ab. Vor allem EinbrĂŒche der FeldmausbestĂ€nde fĂŒhren zum RĂŒckgang des Greifvogels.
  • Nistplatzmangel: Durch Rodungen von Feldgehölzen und AltholzbestĂ€nden mit schon vorhandenen Nestern kommt es hĂ€ufig zur Nistplatzkonkurrenzen.
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