Wanderfalke
Falco peregrinus
© Alexander Erdbeer / Fotalia

Lebensraum

Gebäude
Wald
Gewässer

Der Wanderfalke ist als wahrer Kosmopolit in der ganzen Welt zu Hause und kommt in fast allen LebensrĂ€umen vor. Er erbeutet meist mittelgroße Vögel wie Stare, Drosseln, Tauben oder KrĂ€hen. Zu seiner Nahrung gehören auch Wasservögel bis zur GrĂ¶ĂŸe einer Ente, Mauersegler oder FledermĂ€use. Bei der Jagd stĂŒrzt sich der Wanderfalke oft aus großen Höhen auf seine Beute und erreicht dabei Spitzengeschwindigkeiten von ĂŒber 320 km/h. Damit gilt er als das schnellste Lebewesen der Erde.
Wanderfalken sind außerhalb der Paarungszeit EinzelgĂ€nger und verteidigen das Brutrevier gegen Artgenossen. Ein Wanderfalkenpaar bleibt ein Leben lang zusammen. Es nutzt Plattformen, FelsvorsprĂŒnge oder angebotene NistkĂ€sten an entsprechend hohen GebĂ€uden, bezieht aber auch Vogelnester anderer Greifvögel oder Rabenvögel. In seltenen FĂ€llen sind Bodenbruten möglich.
Die Balz findet im Februar/MĂ€rz statt und gebrĂŒtet wird einmal im Jahr. Meist werden Mitte MĂ€rz 2 bis 4 braun gesprenkelte Eier gelegt. Die Brutdauer betrĂ€gt 32 Tage, die geschlĂŒpften Jungen hocken etwa 35 bis 42 Tage im Nest. Nach dem Ausfliegen werden die Jungen noch mehrere Wochen mit Futter versorgt. Sie erlernen von ihren Eltern die ĂŒberlebensnotwendigen Flugfertigkeiten und Jagdstrategien zunĂ€chst auf spielerische Weise. Die Lebenserwartung betrĂ€gt 15 – 18 Jahre.

Erkennungsmerkmale 
Ausgewachsene Tiere sind auf der gesamten Oberseite dunkelblaugrau. Die Unterseite ist ĂŒberwiegend dunkel quergebĂ€ndert auf weißem bis cremefarbenem Grund. Der Hals und die Brust sind leicht bis krĂ€ftig dunkel gefleckt oder gestrichelt. Kennzeichnend fĂŒr die Art ist je ein krĂ€ftiger, schwarzer Streifen auf der Seite des Gesichts, der von der hellen Kehle scharf abgesetzt ist. AuffĂ€llig sind auch die großen runden Augen: Die Wachshaut (ungefiederter Bereich oberhalb des Schnabels) und der Lidring gelb erscheinen. Die Beine sind gelb gefĂ€rbt mit schwarzen Krallen.
Lebensraum 
Wanderfalken kommen in fast allen LebensrĂ€umen und Landschaftsformen vor. Klassisch ist er in felsigen Regionen, aber auch in geschlossen bewaldeten und/oder großrĂ€umig felsfreien Gebieten, in offenem GelĂ€nde, an GewĂ€ssern sowie auf hohen GebĂ€uden anzutreffen.
GefÀhrdungsgrad
potenziell gefÀhrdet
Ähnliche Arten

Der Wanderfalke ist deutlich grĂ¶ĂŸer als die beiden anderen heimischen Falkenarten Turmfalke (Falco tinnunculus) und Baumfalke (Falco subbuteo). Der RĂŒcken des Turmfalken ist ziegelrot.

Maße 

GrĂ¶ĂŸe: MĂ€nnchen Ø 38 cm, Weibchen Ø 45 cm
FlĂŒgelspannweite: MĂ€nnchen 90 cm, Weibchen bis 105 cm ‹
Gewicht: MÀnnchen Ø 610 g, Weibchen Ø 940 g

AktivitĂ€tszeit 
GanzjÀhrig aktiv
Beobachtung eintragen
Text wurde mit freundlicher Genehmigung vom Haupt Verlag aus dem Buch Stadtfauna übernommen. Cover StadtFauna-Buch
An bekannten BrutplÀtzen beobachten

Wanderfalken können ganzjĂ€hrig beobachtet werden. Besonders aktiv zeigt sich diese Art in der Brut- und Aufzuchtzeit zwischen MĂ€rz und Juni. Der Wanderfalke lĂ€sst sich am besten mit Hilfe eines Fernglases oder Fernrohrs an bekannten BrutplĂ€tzen aus ausreichend großer Entfernung beobachten. Riskieren Sie keine Störung des Brutgeschehens. Zur Aufzuchtzeit der Jungen können Beutereste von Vögeln am Fuße der BrutplĂ€tze gefunden werden. Bei Störungen am Brutplatz ruft der Wanderfalke raue und schnell gereihte „grĂ€grĂ€â€œ oder „kekeke“ Laute.

Falkenkamera in ZĂŒrich:

© GrĂŒn Stadt ZĂŒrich / Naturschutz

Beizjagd und Falknerei tiergerecht?

In frĂŒherer Zeit hat die Beizjagd zur BestandsgefĂ€hrdung der Falken beigetragen, da die dafĂŒr genutzten Vögel aus der Natur entnommen wurden. Heute stammen die Tiere aus ZĂŒchtungen. Auch auf Falknereischauen ist der Wanderfalke hĂ€ufig anzutreffen. Der Einsatz der Tiere bei Flugschauen ist auf Grund der meist nicht artgerechten Haltung, des stĂ€ndigen Hungers der Vögel und der Handaufzucht der Tiere nicht tiergerecht. Davon zu unterscheiden ist die Falknerei, die meist korrekt arbeitet. Sie hat eine große Bedeutung auf FlughĂ€fen bei der Vertreibung von VogelschwĂ€rmen.

Melden Sie tote Wanderfalken

Da Wanderfalken regelmĂ€ĂŸig Brieftauben erbeuten, stehen TaubenzĂŒchter dieser Greifvogelart hĂ€ufig sehr kritisch gegenĂŒber. Es kommt leider immer wieder zu illegalen Tötungen der Tiere durch Fang, Abschuss oder Vergiftung. Aufgefundene tote Tiere bitte bei der Polizei oder einer Vogelschutzorganisation melden.

Medienmitteilung von BirdLife Schweiz "VorsÀtzliche Vergiftung von Wanderfalken"

Gefahren 
  • Verfolgung durch den Menschen: Die gebietsweise starke Verfolgung durch den Menschen (Jagd, Vergiftung, Eidiebstahl) fĂŒhrt auch heute immer wieder zu TodesfĂ€llen und dramatischen BestandsrĂŒckgang.
  • Umweltgifte: Ein weiterer Grund fĂŒr den BestandsrĂŒckgang waren Umweltgiften, vor allem durch die Aufnahme von chlorierten Kohlenwasserstoffen als Bestandteil vieler Pestizide (v.a. DDT, HCB und PCB) ĂŒber Beutetiere. Diese Umweltgifte können direkt zum Tod der Tiere fĂŒhren, schaden aber vor allem dem Bruterfolg des Wanderfalken, da sie die Eier dĂŒnnschalig machen. Das Vorkommen des Wanderfalken ist somit ein Indikator fĂŒr den Zustand der Umwelt (Biozidbelastung), da er am Ende der Nahrungskette steht.
  • Störungen an den BrutplĂ€tzen: Zu den heutigen Gefahren des Wanderfalken zĂ€hlen vor allem Störungen an den BrutplĂ€tzen durch FreizeitaktivitĂ€ten (z.B. Klettern) sowie vogelgefĂ€hrlich konstruierte Strommasten und -leitungen.
  • Lebensraumverlust: Landschaftszerstörung fĂŒhrt zum Lebensraumverlust und in weiterer Folge zu Nahrungs- und Brutplatzmangel.
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