Zauneidechse
Lacerta agilis agilis
© Friedrich Böhringer / WikiCommons

Lebensraum

Ruderalfläche, Verkehrswege, offene Flächen
Wiese, Obstgärten, Felder
Hecken und Waldränder

Optimal sind sonnige Hangwiesen mit verfilztem Altgras, Lesestein-, Holzhaufen und Buschgruppen. Die Weibchen legen von Juni-Juli ein bis zwei Mal je ca. 10 Eier in lockeren, wasserdurchl√§ssigen Boden. Junge schl√ľpfen im August / September. Geschlechtsreife im dritten Lebensjahr. Nahrung: Insekten, Spinnen, Ringelw√ľrmer. Verdr√§ngt Waldeidechse von Waldr√§ndern, unterliegt aber Mauereidechse in G√§rten und Bahnarealen.

Erkennungsmerkmale 
Gro√ü, gedrungen, eher plump. Grundfarbe braun, helle L√§ngsstreifen, dazwischen relativ gro√üe schwarze Flecken (auch Ocellenflecken genannt), Flanken schwarz und wei√ü gefleckt. M√§nnchen mit gr√ľnen Flanken (besonders intensiv zur Paarungszeit). Schwanz verj√ľngt sich gleichm√§√üig. Achtung: Schwanz bricht ab, wenn angefasst! Jungtiere hellbraun mit Ocellenflecken.
Lebensraum 
Wiesen, Weiden, Waldränder, sehr lichte Wälder, Trockenauen, Kiesgruben, Bahnlinien, Hecken, Böschungen aller Art, Gärten und Parkanlagen.
Gefährdungsgrad
potenziell gefährdet
√Ąhnliche Arten

Zauneidechsen k√∂nnen mit Waldeidechsen verwechselt werden, welche jedoch deutlich kleiner und schlanker ist. Ebenso sind Waldeidechsen niemals gr√ľn und besitzen einen zierlicheren und spitzeren Kopf. Mauereidechsen sind zierlicher als Zauneidechsen und besitzen einen Schwanz, der knapp doppelt so lange ist wie der K√∂rper.

Ma√üe 

Gesamtlänge bis 25 cm.

Aktivit√§tszeit 
Tagaktiv; März-Oktober
Beobachtung eintragen
Text wurde mit freundlicher Genehmigung vom Haupt Verlag aus dem Buch Stadtfauna übernommen. Cover StadtFauna-Buch
43 Bilder geordnet nach

Seiten

Ziesel. © sylmar / stadtwildtiere.at

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Gr√ľner Allrounder

Zauneidechsen besiedeln weite Teile Mitteleuropas und sind in den verschiedensten Lebensr√§umen anzutreffen. Auch gut besonnte Naturg√§rten werden gern besiedelt. Sonst kann man Zauneidechsen gut in Weinbergen, auf extensiven Industrie- und Gewerbefl√§chen, sowie Bahnd√§mmen beobachten. Nach der ersten H√§utung im Fr√ľhling zeigen sich die M√§nnchen im Hochzeitskleid; dabei sind die Flanken, Vorderbeine und die Kopfseiten leuchtend gr√ľn gezeichnet und gut erkennbar.

Beste Tageszeit

Eidechsen sind am besten an sonnigen Tagen vor Mittag zu beobachten, wenn sie sich zum Aufw√§rmen in die Sonne legen. Bei der kleinsten St√∂rung fliehen Zauneidechsen in die nahgelegene Vegetation. An sehr hei√üen Tagen sonnen sich Zauneidechsen versteckt in der Vegetation und sind so kaum sichtbar f√ľr das unge√ľbte Auge. Manchmal sieht man Zauneidechsen mit einem Schwanzstummel, da sie, wie auch andere Eidechsen, ihren Schwanz bei Gefahr abwerfen k√∂nnen, um den Feind abzulenken. Dieser Schwanz w√§chst langsam nach, aber die Bruchstelle bleibt sichtbar.

© Piet Spaans / WikiCommons

Jungtier einer Zauneidechse

 

© Martman / WikiCommons

Zauneidechse mit abgeworfenem Schwanz

 

© Rolf Gebhardt / WikiCommons

Zauneidechsenpaar bei der Paarung

Fördern im eigenen Garten

Naturnahe G√§rten, die gut besonnt sind, werden von Zauneidechsen gerne besiedelt, sofern angrenzend weiterer Zauneidechsenlebensraum vorhanden ist. Ein Privatgarten allein ist in der Regel viel zu klein f√ľr einen Zauneidechsenbestand. Dabei sollten kahle Stellen erhalten bleiben und Pflanzen dort zur√ľckgeschnitten werden. Ebenso wichtig ist es, den Eidechsen Versteckm√∂glichkeiten zu bieten, welche besonders mit Katzen im Garten √ľberlebenswichtig sein k√∂nnen. Versteckm√∂glichkeiten bieten Stein- oder Holzhaufen oder auch Blechplatten und Bretterstapel. Als Schutz vor Katzen empfiehlt es sich, diese von stacheligen Pflanzen √ľberwachsen zu lassen, die komplette Verbuschung des Verstecks muss allerdings vermieden werden. Desgleichen k√∂nnen einzelne, dichte und bedornte B√ľsche f√ľr Eidechsen √ľberlebenswichtige Versteckm√∂glichkeiten bieten. Der Einsatz von Pestiziden und maschinelle Eingriffe sollten vermieden werden.

In guten, funktionierenden Zauneidechsenbest√§nden z.B. an einer Eisenbahn- oder Stra√üenb√∂schung, kann die Anlage von Steinstrukturen (Steinhaufen, Steinlinsen, Steink√∂rbe etc.) eine kontraproduktive F√∂rderma√ünahme sein, da dadurch die Mauereidechse zum Nachteil der Zauneidechse gef√∂rdert werden kann. Die Optimierung des Mahdregimes (Zeitpunkt, Schnitth√∂he, Stehenlassen von Altgrass√§umen oder ‚Äďinseln) kann an solchen Standorten die bessere Strategie sein.

Gefahren 

Wie bei den meisten Reptilien, stehen folgende Gefahren im Vordergrund:

  • Lebensraumverlust: Die zunehmende Zerst√∂rung und Zerst√ľckelung des Lebensraums ist die gr√∂√üte Gefahr f√ľr Zauneidechsen, besonders der Verlust von Saumbiotopen und Kleinstrukturen setzt ihnen zu. Im Siedlungsraum fordert die Zersiedelung ihren Tribut, wenn dabei Zauneidechsenlebensr√§ume zerst√∂rt oder zerst√ľckelt werden. Oft werden Reptilienlebensr√§ume zu sehr oder zu wenig gepflegt. Bei √ľbereifrigen Pflegeeins√§tzen k√∂nnen die Versteckm√∂glichkeiten der Reptilien ‚Äěaufger√§umt‚Äú werden, so ist zum Beispiel die intensive Pflege von Eisenbahn- und Stra√üenb√∂schungen ein Problem f√ľr die Zauneidechse. Zu sehr vernachl√§ssigte Gebiete k√∂nnen sich jedoch genauso fatal auf Reptilienpopulationen auswirken, indem sonnige Stellen der Verbuschung zum Opfer fallen.

  • Einsatz von Pestiziden: Der Einsatz von Insekten- und Pflanzengiften zerst√∂rt den Zauneidechsen die Nahrungsgrundlage.

  • Hauskatzen: Hauskatzen sind ernstzunehmende Fressfeinde der Zauneidechsen, die Populationen lokal ausl√∂schen k√∂nnen. Ist der R√§uberdruck durch Hauskatzen zu gro√ü, werden auch sonst geeignete, neue Lebensr√§ume oft nicht angenommen.

Mehr Informationen

Weitere interessante Informationen zu Reptilien bietet die österreichische Seite www.herpetofauna.at.

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